Ein Nobelpreisträger gab die Anregung

Wie viele andere Industrieregionen war auch der Emscher-Lippe-Raum zum Ende des 19. Jahrhunderts von einer schweren Typhusepidemie betroffen. Gründe hierfür waren im Wesentlichen die hohe Bevölkerungsdichte sowie Mängel bei der Entwässerung und Frischwasserversorgung.

Zur Verbesserung der Gesundheitsvorsorge wurde 1901 auf Anraten und Drängen von Robert Koch eine so genannte ständige Seuchenwacht gegründet, aus der nur ein Jahr später der Verein zur Bekämpfung der Volkskrankheiten im Ruhrkohlengebiet e.V. hervorging. Als operative Einheit richtete dieser das Hygiene-Institut des Ruhrgebiets ein, und betreibt es noch heute.

Um die Bevölkerung vor neuen Epidemien zu schützen, erfolgten zunächst eine kontinuierliche Kontrolle des Trinkwassers und die Untersuchung vermutlich erkrankter Personen. Darüber hinaus wurden Ärzte und Nahrungsmitteltechniker in bakteriologischen und hygienischen Fragestellungen und Untersuchungsmethoden fortgebildet.

Entsprechend der medizinischen Entwicklung, den ständig steigenden Anforderungen an die Gesundheitsvorsorge und der daraus resultierenden zunehmenden Bedeutung labordiagnostischer Aussagen bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten wurde das Tätigkeitsfeld immer weiter ausgebaut.

Schon zu Beginn der 1930er Jahre versammelten sich drei medizinische Fachrichtungen unter einem Dach:

  • Laboratoriumsmedizin
  • Umweltmedizin und Umwelthygiene
  • Pathologie.

Zunächst waren die Aktivitäten auf den Standort Gelsenkirchen begrenzt. Um auch in ländlichen Regionen die diagnostische Versorgung zu optimieren und eine verbesserte Versorgung mit Gesundheitsleistungen sicherzustellen, wurden in den 1950er und 1960er Jahren die Zweiginstitute in Menden (heutiger Sitz: Iserlohn) und Siegen gegründet.

 

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